Neue Granulationsanlage für Diatomeenerde

Agripower Australia Limited betreibt Bergbau- und Verarbeitungsbetriebe im Norden von Queensland, Australien. Das Unternehmen besitzt eine der weltweit größten Lagerstätten für Diatomeenerde mit einer Abbaukapazität im Tagebau von mehr als einer Milliarde Tonnen. Das wichtigste Marktpotential liegt im Einsatz als Siliziumdünger und Bodenverbesserer. Dazu wird die Diatomeenerde in Granulate überführt. Agripower hat sich nach einem Auswahlverfahren für die Misch- und Granuliertechnik von EIRICH entschieden.

Das Unternehmen Agripower hat unmittelbar nach seiner Gründung vor rund zehn Jahren damit begonnen, die Nutzungsmöglichkeiten von Diatomeenerde systematisch zu untersuchen. Besonders vielversprechende Ergebnisse brachte der Einsatz als Bodenverbesserer. Eine erste Pilotproduktion von ca. 130.000 Tonnen pro Jahr startete 2013. Aufgrund der guten Resonanz im Markt ist nun geplant, die Produktionskapazität in mehreren Schritten auf bis zu eine Million Tonnen pro Jahr auszubauen.

Der natürliche Rohstoff Diatomeenerde, auch als Diatomit oder Kieselgur bekannt, ist eine weißliche, pulverförmige Substanz, die aus den Schalen fossiler Kieselalgen besteht. Diese Diatomeen oder Kieselalgen sind ein wichtiger Bestandteil des pflanzlichen Planktons der Meere und der Binnengewässer. Sie stellen mehr als ein Fünftel der durch Photosynthese produzierten Biomasse dar. Die Zellwände der Algen bestehen überwiegend aus amorpher Monokieselsäure. Diese Süßwasseralgen waren vor vielen Millionen Jahren im Eozän und Miozän in riesigen Binnenseen zuhause. Damals bildeten die sterbenden Algen Schichten von Sedimentablagerungen von bis zu mehreren Dutzend Metern Dicke.

Die Diatomeenerde, die in Australien abgebaut wird, zeichnet sich durch eine einzigartig hohe Kationenaustauschkapazität, einen hohen Gehalt an pflanzenverfügbarem Silizium und durch eine hohe Wasserspeicherkapazität aus. Als Bodenverbesserer kann sie die Wasser- und Nährstoffretention in verschiedenen Bodenarten deutlich verbessern. In Hunderten von nationalen und internationalen Feldversuchen hat Agripower nachgewiesen, dass diese amorphe Kieselsäure eine Vielzahl von positiven Auswirkungen auf Pflanzen und Böden hat.

So können durch Beimischung zu NPK-Mineraldüngern Ertrag und Qualität der Ernte deutlich gesteigert werden. Darüber hinaus wird die zur Erzielung besserer Erträge erforderliche NPK-Dünger-Menge reduziert, und die Pflanzen werden resistenter gegen Trockenheit, Schädlinge und Krankheiten. Die pflanzenverfügbaren Kieselsäure-Produkte werden von Agripower als Bodenverbesserer unter der Bezeichnung Agrisilica vermarktet.

Die Maschinen zum Ausbringen von Bodenverbesserern sind bekanntermaßen auf ein granulatförmiges Produkt angewiesen. Der Rohstoff Diatomeenerde ist jedoch wegen seines geringen spezifischen Gewichts und seiner extrem porösen Struktur nur äußerst schwer in mechanisch erzeugte Granulate zu überführen. So enthält ein Milliliter Diatomeenerde mehr als eine Million Diatomeenschalen und deren Bruchstücke. Im Umgang mit dieser besonderen Herausforderung konnte sich Agripower auf das Know-how verlassen, das EIRICH im Laufe von Jahrzehnten bei der Verarbeitung solcher Materialien erworben hat.

Nach umfangreichen Versuchen im EIRICH-Technikum zeigte sich Agripower mit den Ergebnissen äußerst zufrieden. Insbesondere wurde der ursprünglich angenommene Anteil von bis zu sechs Prozent Bindemitteln durch intelligente verfahrenstechnische Optimierungen auf null reduziert. Im avisierten Produktionsmaßstab wird dies zu Einsparungen in Höhe von mehreren Millionen Dollar pro Jahr führen.

Für die geplante Produktionserweiterung wird jetzt ein Mischer neuester Bauart des Typs R33-72 (mit schräg stehendem Mischbehälter und sieben Kubikmeter Nutzfüllung) mit zwei nachgeschalteten Pelletiertellern (mit 4,5 Meter Durchmesser) installiert. Der Großteil des Granulierprozesses findet bereits im Mischer statt, während die Pelletierteller die Veredelung der Granulate und das Optimieren des Kornbandspektrums übernehmen.

Die Inbetriebnahme der Anlage ist in 2019 geplant. Weitere Produktionslinien dieses Typs sollen in den kommenden Jahren folgen.

 

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