Umfrage: Virtuelle vs. physische Messe-Formate

Im vergangenen Jahr wurden über 70% der Fachmessen in Deutschland verschoben oder abgesagt. Einerseits, weil sie lange Zeit seitens der Behörden und der Regierung untersagt wurden. Und andererseits, weil die neuen Auflagen für Veranstalter, Aussteller und Besucher einen enormen logistischen und finanziellen Aufwand mit sich gebracht hätten, die in einer verhältnismäßig kurzen Zeit nur schwer oder gar nicht umsetzbar gewesen sind.

Unter Veranstaltern und Ausstellern entstand häufig die Unsicherheit: Können wir eine Fachmesse bieten, die einen gewissen ROI für den Aussteller garantiert? Die wohl größte Frage, die immer im Raum stand und steht, ist: Wie entscheiden sich die Fachbesucher? 

Seit dem letzten Lockdown kann man nun regelrecht von einer Dürrephase in der Messewirtschaft sprechen. Denn seither ist die Durchführung physischer Veranstaltungen untersagt.

Damit der Austausch zwischen Ausstellern und Besuchern weiterhin aufrecht erhalten bleibt, gibt es immer mehr Online-Formate auf dem Markt. Doch wie relevant sind virtuelle Plattformen auch für die Schüttgut- und Recycling-Industrie? Einen Einblick hierzu geben die Ergebnisse unserer Umfrage an produzierende Unternehmen der beiden Branchen 

Diese virtuellen Messe-Formate kommen gut an 

Hochgeschätzt und auch zukünftig relevant stufen Schüttgut- und Recycling-Unternehmen virtuelle Konferenzen, WebinareSchulungen und Diskussionsrunden ein. Der Grund dafür: Hier erfolgen Wissenstransfer und Austausch zwischen den Unternehmen aus erster Hand. Hersteller nutzen die Möglichkeit, direkt mit Experten über aktuelle Themen zu diskutieren und mit ihnen in den Dialog zu treten. 

Physische Messen bieten einzigartigen Mehrwert 

Wenig genutzt, und wenn doch, mit geringem Nutzen bewertet, werden hingegen virtuelle Messen. Das Online-Pendant zu physischen Messen bietet zwar die Möglichkeit, mit ausstellenden Unternehmen in 1-zu-1 Gesprächen in Kontakt zu treten – doch individuelle Lösungen über Live-Chats zu finden, ziehen bislang die wenigsten als Möglichkeit in Erwägung. Der persönliche Kontakt zu Geschäftspartnern wird in diesem Zusammenhang stark bevorzugt. Warum das so ist, erklärt auch Aussteller Johannes Rösler, Geschäftsführer bei Rösler CermInno GmbH 

„Unser Fokus liegt zurzeit stark auf der Erweiterung unseres Kundenportfolios. […] Für diese Neukontakte sind Fachmessen die wichtigste Plattform. Auf der SOLIDS Dortmund gelingt es, mit potenziellen neuen Kunden auf Augenhöhe ins Gespräch zu kommen. Anders als im virtuellen Bereich, kann man hier auch zwischenmenschliche Signale deuten und weiß, wie weit man in der ersten Beratung gehen darf und muss.“ 

Weitere Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass Besucher sich beim nächsten realen Messe-Besuch besonders auf Entdeckungen, Inspirationen, neue Kontakte und persönliche Gespräche freuen. Diese Aspekte bestärken Röslers Meinung und auch die Rückmeldung eines weiteren Ausstellers 

 „Als Newcomer am Markt haben Fachmessen wie die Recycling-Technik Dortmund für uns in der Kundenakquise eine überdurchschnittlich hohe Bedeutung. Hier kommen die Experten an einem Ort zusammen und können unsere Produkte physisch erleben. Insbesondere unser Industriesektor lebt von der Erlebbarkeit der Maschinen. Das kann eine virtuelle Plattform nicht kompensieren“, so Lukas Seisenbacher, Head of Sales & Marketing bei LINETECHNOLOGY GmbH. 

Zusammenfassend kann man sagen, dass physische Messen im direkten Vergleich mit virtuellen Messen sowohl von Ausstellern als auch von Besuchern aus denselben Gründen klar bevorzugt werden. 

Messe-Formate wie Online-Webinare und Schulungen ergänzen Präsenzmessen 

Wenn auch nicht alle Online-Formate gleichermaßen gut Anklang finden, so gibt es dennoch viele virtuelle Veranstaltungen, die sich die Schüttgut- und Recycling-Branche auch für die Zukunft weiterhin wünscht  – als Ergänzung zum physischen Messe-BesuchVorträge, Schulungen, Workshops und Diskussionsrunden 

Für die Neukundenakquise, Kundenbindung, die Suche nach individuellen Lösungen und damit auch das Tätigen von Geschäftstransaktionen hingegen, bevorzugt die Branche nach wie vor eine physische Plattform.  

Fazit 

Physische Messen bleiben ein elementares Instrument im Marketing-Mix. Wenn die aktuelle Zeit auch dazu dient, den Wissenstransfer zwischen Ausstellern und Besuchern virtuell zu fördern und dies auch in Zukunft in Teilen so bestehen bleiben wird, so haben Live-Messe-Besuche nach wie vor Alleinstellungsmerkmale, die nicht so leicht ersetzt werden können: Sie fördern einen vermehrten und sehr persönlichen Austausch unter Experten, lassen zufällige Begegnungen mit bekannten und neuen Gesichtern zu, ermöglichen das haptische Erlebnis, Technologien anzusehen und Lösungen greifbarer und verständlicher darzustellen.  

Kurzum: Analoge Messen regen die Sinnesorgane viel stärker an und sorgen damit für ein Erlebnis besonderer Art. Sie dienen unserer Wahrnehmung und helfen Ausstellern und Besuchern dabei, sich besser zu orientieren. 

Ein Blick in die Zukunft: SOLIDS & RECYCLING-TECHNIK Dortmund 

Dass physische Messen auch in Corona-Zeiten erfolgreich stattfinden können, haben bereits Easyfairs-Veranstaltungen wie die all about automation Essen und Chemnitz bewiesen. Es bedarf einem durchdachten Schutzkonzept, um allen Beteiligten einen sicheren Austausch zu gewährleisten. Mit konkreten Sicherheits- und Hygienestandards sorgt auch das Schutzkonzept „The Safest Place To Meet“ auf der Solids & Recycling-Technik Dortmund.  

Als Messeveranstalter durchlaufen wir zurzeit eine spannende Epoche: Mit Leib und Seele sind wir Verfechter der Live-Veranstaltungen und glauben an deren Bedeutung und Notwendigkeit. Easyfairs hat mit seinem Konzept für Fachmessen schon vor der Corona-Pandemie einen anderen Ansatz verfolgt als viele klassische Messeveranstalter: Auf den oft kleineren und regional bis national ausgerichteten Fachmessen, stand und steht nach wie vor die Leadgenerierung und der minimale Aufwand für Aussteller und Besucher klar im Fokus. Mit Blick auf die aktuelle Lage, können sich dadurch auch zukünftig neue physische Formate und spannende Konzepte ergeben. 

Doch auch wir als Veranstalter von Live-Events sind uns bewusst, dass wir nicht darauf warten wollen, bis “es wieder normal wird”. Was unsere Besucher-Umfrage noch einmal unterstrichen hat, ist im Hintergrund bereits in Produktion. Ergänzende virtuelle Formate dürfen auch in der Schüttgut- und Recycling-Technik-Branche nicht fehlen: fachliche Inhalte leicht vermittelt, gut auffindbar und jederzeit verfügbar. Daran arbeiten wir und halten Sie zu aktuellen Informationen und Themen auf unserem Blog und unseren Social Media Kanälen auf dem Laufenden. 

Quellen:

https://www.auma.de/corona-virus (Stand: 22.02.2021)

Besucher-Umfrage:

Die Besucher-Umfrage ging am 04. Februar 2021 an das gesamte deutschsprachige Besucher-Potenzial der Solids & Recycling-Technik Dortmund.

Zurück